Drastische Preiserhöhungen bei den Kfz-Versicherungen
Für Sie als Kunde der Kfz-Versicherer kann ein Autounfall neuerdings gleich zweifach belastend werden:
Zum einen müssen Sie unter Umständen Ihr eigenes, beschädigtes Fahrzeug reparieren lassen. Zum anderen aber muss bei Eigenverschulden auch der Schaden für den Unfallgegner beglichen werden. Dafür kommt zwar die Kfz-Haftpflichtversicherung auf, doch das hat Folgen: Ihr Schadensfreiheitsrabatt wird gekürzt und die Beiträge im folgenden Jahr erhöht.
Aufgrund der gestiegenen Unfallschadensregulierung kam es nun im Frühjahr 2010 zu teilweise drastischen Preiserhöhungen bei den Versicherern. Ein Fakt, der Sie auch betrifft, wenn Sie ihr Fahrzeug wechseln möchten. Beim aktuellen Vergleich von 1 Millionen Kfz-Versicherungsprämien durch das Vergleichsportal CHECK24, in den Haftpflicht- und Kaskoversicherungen einbezogen wurden, zeichnet sich ein deutlicher Trend insbesondere im Rückblick auf das letzte Jahr ab. Check24 ließ hierzu verlauten, dass bei dem Vergleichstest auch Fahrzeugwechslerprofile von gängigen Modellen wie Golf und Corsa aus dem Jahr 2009 mit den aktuell gültigen Prämien verglichen wurden und dabei Preissteigerungen von vereinzelt bis zu 115 % errechnet wurden. Aufgrund des historischen Tiefstandes, den die
Kfz-Versicherungsbeiträge zwischen 2005 und 2009 erreicht haben, erscheinen die jetzigen Erhöhungen besonders dramatisch. In diesen 5 Jahren waren die Versicherungsbeiträge im Durchschnitt um 23 % gesunken.
Unter Berufung auf die Unternehmensberatung NAFI, die ebenfalls Kfz-Versicherungen vergleicht, heißt es, dass bis Juli 2010 von 39 Versicherern insgesamt 34 ihre Beiträge teils deutlich erhöhen, im Durchschnitt um 6,7 Prozent. Die Direktversicherer hingegen erhöhen durchschnittlich sogar um 8,6 Prozent.
Über viele Jahre haben die Versicherungsunternehmen sich einen harten Kampf um ihre Kunden geliefert. Aber sie geben grundsätzlich mehr aus, als sie einnehmen, so dass eine Versicherungserhöhung eine Frage der Zeit war. Denn das Verhältnis zwischen Schadensaufwendungen und den Verwaltungs- und Vertriebskosten im Vergleich zu den Einnahmen der Versicherungen über ihre Beiträge, die sogenannte Schaden-Kosten-Quote, beträgt
derzeit 106 %. Um die Jahreswende herum, wenn viele der oft auf 12 Monate ausgelegten Autopolicen ablaufen, wird der härteste Preiskampf bei den Kfz-Versicherungen erwartet. Hier ist auch eine Senkung der Prämien um bis zu 10 % nicht auszuschließen, um Sie als potentiellen Versicherungswechsler für sich zu gewinnen.
Die Stiftung Warentest empfiehlt Ihnen, im Schadensfall die zu erwartenden Kosten erst selber zu berechnen und möglicherweise selbst zu begleichen, damit eine höhere Prämie vermieden wird. Dies kann die Kosten erheblich minimieren.
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