“Todeszähler” für Versicherung

In London schmückt sich die renommierte Hiscox-Versicherung seit Jahresbeginn mit einem aussergewöhnlichen Kunstwerk, das bereits jetzt für aufgeregte Diskussionen sorgt.
Der mit Leuchtdioden ausgestattete “Todeszähler” des spanischen Künstlers Santiago Sierra zählt alle Tote weltweit bis zum nächsten Silvester. Binnen des Jahres 2009 wird sich diese Anzahl auf geschätzte 55 Millionen summieren.
Die Hiscox-Verischerung bezahlte den Künstler übrigens branchenüblich: Er bekam eine Lebensversicherungspolice im Wert von  150.000 Euro. Diese Summe wird ausbezahlt, falls er im Laufe des Jahres 2009 auch zu den auf der riesigen Tafel angezeigten Todesfälle gehören sollte. Ein sprecher der Londoner Versicherung lobte das Werk Sierras als “originellen Blick auf Leben und Tod”.
Sierra ist bekannt für seine provozierenden Kunstaktionen, so leitete er 2006 Autoabgase in eine ehemalige Synagoge in Pulheim, um auf die fortschreitende “Banalisierung des Holocaust” aufmerksam zu machen.

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